DGUV V3 Prüfung: Fristen, Ablauf, Kosten und wer prüfen darf
Jeder Betrieb muss seine elektrischen Anlagen und Geräte durch eine Elektrofachkraft prüfen lassen: ortsfeste Anlagen im Richtwert alle vier Jahre, ortsveränderliche Geräte alle sechs Monate, auf Baustellen alle drei. Was am Prüftag passiert und wovon der Preis abhängt, folgt unten.
DGUV V3 Pflicht: Rechtsgrundlage und Verantwortung
Die Pflicht steht in § 5 der DGUV Vorschrift 3, der Unfallverhütungsvorschrift Elektrische Anlagen und Betriebsmittel. Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass elektrische Anlagen und Betriebsmittel durch eine Elektrofachkraft auf ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden: vor der ersten Inbetriebnahme, nach jeder Änderung oder Instandsetzung und in bestimmten Zeitabständen. Dahinter steht die Betriebssicherheitsverordnung, die Prüfungen von Arbeitsmitteln an die Gefährdungsbeurteilung knüpft, und die Technische Regel TRBS 1201 (Ausgabe März 2019, zuletzt geändert 2025), die für elektrische Arbeitsmittel auf die DGUV Vorschrift 3 verweist.
Verantwortlich ist der Unternehmer, nicht der Prüfer. Er legt die Fristen fest, beauftragt die Prüfung und bewahrt die Nachweise auf. Das gilt für die Praxis mit drei Mitarbeitern genauso wie für den Betrieb mit dreißig.
DGUV V3 Prüffristen: wie oft geprüft wird
Die Vorschrift nennt in der Durchführungsanweisung zu § 5 Richtwerte. Der Betrieb kann sie über die Gefährdungsbeurteilung anpassen, nach unten jederzeit, nach oben nur mit Begründung.
| Was | Richtwert | Hinweis |
|---|---|---|
| Ortsfeste Anlagen und Betriebsmittel (Tabelle 1A) | 4 Jahre | Verteilungen, feste Installation, fest angeschlossene Maschinen |
| Ortsfeste Anlagen in Betriebsstätten besonderer Art (Tabelle 1A) | 1 Jahr | etwa feuchte oder nasse Bereiche |
| Ortsveränderliche Geräte, allgemein (Tabelle 1B) | 6 Monate | Höchstwert 1 Jahr bei Fehlerquote bis 2 Prozent |
| Ortsveränderliche Geräte auf Baustellen (Tabelle 1B) | 3 Monate | Höchstwert 1 Jahr bei Fehlerquote bis 2 Prozent |
| Ortsveränderliche Geräte im Büro (Tabelle 1B) | 6 Monate | Höchstwert 2 Jahre bei Fehlerquote bis 2 Prozent |
Die Fehlerquote ist der Hebel: Liegt sie bei einer Prüfung bei höchstens 2 Prozent, gilt die Frist als ausreichend bemessen und darf bis zum Höchstwert verlängert werden. Wer defekte Geräte vorher aussortiert und nicht mitzählt, rechnet sich die Quote schön und verlängert zu Unrecht. Die Verlängerung gilt nur für ortsveränderliche Geräte, nicht für die feste Anlage.
Die Zahl auf der Prüfplakette ist das Datum der nächsten Prüfung. Sie ist der Nachweis gegenüber Berufsgenossenschaft und Versicherung.
DGUV V3 Prüfung Ablauf: was geprüft wird
Die Prüfung läuft in drei Schritten, für jedes Gerät und jeden Stromkreis.
- Besichtigen: Gehäuse, Leitung, Stecker, Zugentlastung, Kennzeichnung. Viele Mängel zeigen sich hier, ohne Messgerät.
- Messen: Schutzleiterwiderstand, Isolationswiderstand, Schutzleiter- oder Berührungsstrom; bei der festen Anlage zusätzlich Schleifenimpedanz und Auslösung der FI-Schutzschalter.
- Erproben: Funktion, Schutzeinrichtungen, Not-Aus, wo vorhanden.
Danach bekommt jedes geprüfte Gerät eine Plakette mit dem nächsten Prüftermin, und der Betrieb erhält ein Prüfprotokoll mit Messwerten, Grenzwerten und Ergebnis je Gerät. Mängel stehen mit Beschreibung im Protokoll. Geprüft wird im laufenden Betrieb; ein Gerät ist für die Dauer seiner Messung außer Betrieb, nicht die Abteilung.
Wer darf die DGUV V3 Prüfung durchführen?
Die Vorschrift verlangt eine Elektrofachkraft. Für ortsveränderliche Geräte darf auch eine elektrotechnisch unterwiesene Person mit geeigneten Messgeräten prüfen, wenn eine Elektrofachkraft sie anleitet und die Prüfung beaufsichtigt. Die Betriebssicherheitsverordnung spricht von der zur Prüfung befähigten Person: Berufsausbildung, Berufserfahrung und zeitnahe berufliche Tätigkeit an der geprüften Technik.
Die feste Anlage, also Verteilungen, Stromkreise und fest angeschlossene Maschinen, bleibt Sache der Elektrofachkraft. Wer das Messprotokoll unterschreibt, haftet für die Messwerte. Vytautas Lesvinciunas prüft als Elektromeister beides, Anlage und Geräte: DGUV V3 Prüfung in Wuppertal.
DGUV V3 Prüfung Kosten: wovon der Preis abhängt
Es gibt zwei Abrechnungslogiken. Ortsveränderliche Geräte werden pro Stück gerechnet, weil jedes Gerät dieselben Handgriffe braucht: Sichtprüfung, Messung, Plakette, Zeile im Protokoll. Die feste Anlage wird pro Anlage gerechnet, weil die Zahl der Stromkreise, Verteilungen und FI-Schutzschalter den Aufwand bestimmt. In beiden Fällen kommen Anfahrt und Dokumentation dazu.
Was den Preis je Gerät senkt: viele Geräte an einem Ort, ein Ansprechpartner, der die Geräte bereitstellt, ein Protokoll der letzten Prüfung mit Inventarliste. Was ihn erhöht: Geräte verteilt über mehrere Standorte, keine Liste, Prüfung außerhalb der Betriebszeit.
Bei Lesvinciunas gibt es dafür einen schriftlichen Festpreis nach der ersten Begehung: eine Summe für die Anlage, eine je Gerät, Protokoll und Plakette eingeschlossen. Dabei bleibt es, auch wenn der Prüftag länger dauert. Die ungefähre Zahl der Geräte und Arbeitsplätze reicht für die Anfrage.
Was bei Mängeln passiert
Ein Gerät mit Mangel bekommt keine Plakette. Das Protokoll nennt den Mangel; der Betrieb entscheidet, ob Reparatur oder Ersatz. Kleine Reparaturen an der Anlage, etwa ein defekter FI-Schutzschalter, lassen sich oft am Prüftag erledigen. Für größere Arbeiten gibt es einen eigenen Festpreis.
Ohne Prüfung trägt der Unternehmer das Risiko: Nach einem Stromunfall oder Brand fragt die Berufsgenossenschaft nach dem Prüfprotokoll. Fehlt es, fehlt der Nachweis, dass der Betrieb seiner Pflicht nachgekommen ist.
Betriebe mit Fluchtwegen prüfen im selben Termin die Sicherheitsbeleuchtung: Notbeleuchtung und Prüfung. Hausverwaltungen bündeln die Prüfung der Gemeinschaftsanlagen mehrerer Objekte in einer Rahmenvereinbarung: Elektriker für Hausverwaltungen und WEG. Für Wohnung und Haus heißt dieselbe Prüfung E-Check: E-Check: Kosten, Pflicht und Ablauf.
Stand: Oktober 2026. Grundlagen: DGUV Vorschrift 3 § 5 mit Durchführungsanweisung (Tabellen 1A und 1B), Betriebssicherheitsverordnung, TRBS 1201 (BAuA).
Häufige Fragen
Wie oft muss nach DGUV V3 geprüft werden?
Richtwerte der DGUV Vorschrift 3: ortsfeste Anlagen alle 4 Jahre, in Betriebsstätten besonderer Art jährlich; ortsveränderliche Geräte alle 6 Monate, auf Baustellen alle 3 Monate. Liegt die Fehlerquote bei höchstens 2 Prozent, darf die Frist für Geräte bis 1 Jahr, im Büro bis 2 Jahre betragen. Die Frist legt der Betrieb in der Gefährdungsbeurteilung fest.
Wer darf die DGUV V3 Prüfung durchführen?
Eine Elektrofachkraft. Ortsveränderliche Geräte darf auch eine elektrotechnisch unterwiesene Person mit geeigneten Messgeräten unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft prüfen. Die feste Anlage mit Verteilungen und Stromkreisen prüft die Elektrofachkraft selbst.
Was kostet die DGUV V3 Prüfung pro Gerät?
Das hängt von der Zahl der Geräte an einem Ort, von der Vorbereitung durch den Betrieb und von der Anfahrt ab; viele Geräte an einem Standort senken den Preis je Stück. Bei Lesvinciunas gibt es nach der Begehung einen schriftlichen Festpreis je Gerät und für die Anlage, Protokoll und Plakette eingeschlossen.