Elektro­installation Kosten: was im Neubau und im Altbau den Preis bestimmt

Von Vytautas Lesvinciunas, Elektromeister.

Im Neubau kostet die Elektro­installation nach Angaben der Initiative ELEKTRO+ etwa 3 bis 4,8 Prozent der Baukosten, je nach Ausstattungswert. Im Altbau zählt der Zustand der Anlage, nicht die Fläche. Welche Entscheidungen den Preis bestimmen und wie Sie zu einer Zahl kommen, die hält, lesen Sie unten.

Elektro­installation Einfamilienhaus Kosten: der Ausstattungswert entscheidet

Im Neubau hängt der Preis weniger von der Fläche ab als von der Ausstattung. Die Richtlinie RAL-RG 678 beschreibt dafür Ausstattungswerte: 1 für die Mindestausstattung, 2 für den Standard, 3 für Komfort, jeweils mit einer Plus-Stufe für Gebäude­automation. Sie legt je Raum fest, wie viele Steckdosen, Lichtauslässe, Schalter und Kommunikationsanschlüsse vorgesehen sind. Die DIN 18015-2 nennt die Mindestausstattung, die jede Wohnung haben muss.

Die Initiative ELEKTRO+ (abgerufen Oktober 2026) beziffert den Anteil der Elektro­installation an den Baukosten eines Einfamilienhauses so:

Anteil der Elektro­installation an den Baukosten nach Ausstattungswert
Ausstattungswert (RAL-RG 678)Anteil an den BaukostenWas dazukommt
1, Mindestausstattungetwa 3 ProzentPflichtumfang nach DIN 18015-2
2, Standardinsgesamt etwa 4 Prozentmehr Steckdosen und Auslässe je Raum, mehr Stromkreise
3, Komfortinsgesamt etwa 4,8 Prozentnochmals mehr Auslässe, Vorbereitung für Jalousien, Netzwerk in jedem Raum

Ein Prozentpunkt der Baukosten entscheidet, ob Sie später Verlängerungskabel hinter dem Sofa verstecken. Nachrüsten kostet mehr, weil dann Wände geöffnet werden, die schon verputzt und gestrichen waren.

Elektro­installation Neubau Kosten: die fünf Preistreiber

  • Zahl der Stromkreise: Wallbox, Wärmepumpe, Induktionsherd, Klimagerät und Sauna brauchen je einen eigenen Stromkreis mit eigener Absicherung. Jeder weitere Kreis ist Leitung, Sicherung und Platz im Verteiler.
  • Leerrohre: Wer heute Leerrohre zu jedem Raum legt, zieht morgen ein Netzwerkkabel nach, ohne zu schlitzen. Im Rohbau ist das billig, später nicht.
  • Vorbereitung für Smart Home: Ein Bussystem wie KNX braucht eine zweite Leitung zu jedem Schalter und Aktor. Die Leitung im Rohbau zu legen kostet wenig; sie später nachzurüsten kostet den Putz.
  • Zähler­platz und Haupt­verteilung: Die Technischen Anschlussbedingungen des Netz­betreibers legen fest, wie der Zähler­schrank aussieht. Mit Wallbox, Wärmepumpe und Photovoltaik braucht er mehr Platz und mehr Zählerfelder.
  • Photovoltaik und Speicher: Wechselrichter, Überspannungs­schutz, Einspeisezähler und Anmeldung beim Netz­betreiber gehören in die Planung, auch wenn die Module erst im zweiten Jahr kommen.

Elektrik erneuern im Altbau: andere Rechnung

Im Altbau bestimmt der Zustand der Anlage den Preis. Was die Besichtigung zuerst klärt:

  • Leitungen: Stoffummantelte Leitungen, Aluminiumleiter oder Stromkreise ohne Schutzleiter werden ersetzt, nicht ergänzt. Dann wird daraus eine Neuinstallation in bewohnten Räumen.
  • Schlitzen und Verputzen: Jede neue Leitung in einer Massivwand ist ein Schlitz. Je mehr Räume, desto mehr Wandfläche; Decken und Fliesen treiben den Aufwand nach oben.
  • Verteiler und Zähler­platz: Ein Schraubsicherungskasten ohne FI-Schutzschalter wird komplett erneuert. Ob der Zähler­platz mitgeht, entscheidet der Netz­betreiber über seine Technischen Anschlussbedingungen. Mehr dazu unter Sicherungs­kasten erneuern: Kosten, Dauer, Pflicht.
  • Steig­leitung im Mehrfamilien­haus: Reicht die Hauptleitung vom Hausanschluss zu den Wohnungen nicht mehr für Wallboxen und Wärmepumpen, wird sie erneuert. Das ist eine Gemeinschaftsmaßnahme, die vor der Wohnung kommt.
  • Bewohnt oder leer: In einer leeren Wohnung arbeitet der Betrieb Raum für Raum durch. Bewohnt heißt Abdecken, Staubwände, Stromkreise abschnittsweise umschalten.

Deshalb gibt es für den Altbau keine seriöse Zahl pro Quadratmeter. Zwei Wohnungen mit 80 Quadratmetern können sich im Aufwand um das Doppelte unterscheiden, je nachdem, ob die Leitungen bleiben können oder nicht.

Kosten pro Quadratmeter: warum die Zahl wenig taugt

Quadratmeterpreise aus Vergleichsportalen vermischen drei Dinge: Ausstattungswert, Region und das, was im Angebot drinsteht. Ein Angebot ohne Zähler­platz, ohne Netzwerk und ohne Außenbereich sieht günstig aus, bis die Nachträge kommen. Vergleichen Sie Angebote deshalb nach Leistungsverzeichnis: Zahl der Stromkreise, Zahl der Auslässe je Raum, Leerrohre, Zähler­platz, Messprotokoll, Dokumentation. Erst wenn das deckungsgleich ist, sagt der Preis etwas.

Bei Lesvinciunas gibt es nach der Besichtigung oder nach Durchsicht der Pläne einen schriftlichen Festpreis mit Leistungsverzeichnis. Dabei bleibt es, auch wenn die Arbeit länger dauert. Damit vergleichen Sie einen vollständigen Umfang.

Ablauf im Neubau und Bauzeit

  1. Planung: Ausstattungswert festlegen, Raum für Raum; Zähler­platz mit dem Netz­betreiber abstimmen; Leerrohre und Bussystem entscheiden.
  2. Rohinstallation: Schlitze, Dosen, Leerrohre und Leitungen, bevor der Putz kommt. Hier entscheidet sich, was das Haus später kann.
  3. Feininstallation: Nach Putz und Maler Schalter, Steckdosen, Leuchten, Verteiler bestücken, Netzwerk auflegen.
  4. Prüfung und Abnahme: Erstprüfung nach VDE 0100 mit Messprotokoll, Einweisung, Übergabe der Dokumentation.

Roh- und Feininstallation sind zwei getrennte Einsätze. Dazwischen liegen Wochen, die anderen Gewerken gehören: Putz, Estrich, Maler. Die Termine richten sich nach dem Bauzeitenplan; wie lange jeder Einsatz dauert, steht mit dem Festpreis im Angebot.

Was Bauträger und General­unternehmer bekommen

Als Nach­unternehmer liefert der Betrieb, was die Abnahme braucht: Stromlaufpläne und Verteilerpläne, das Messprotokoll der Erstprüfung, die Anmeldeunterlagen des Netz­betreibers, die Einweisung des Käufers und eine Dokumentation, die ein anderer Elektriker in zehn Jahren lesen kann. Die Seite dazu: Elektro­installation Neubau für Bauträger und GU.

Für Reparatur, Erweiterung und Teilsanierung im Bestand gilt die Seite Elektro­installation in Wuppertal; wie der Betrieb Preise bildet und was im Festpreis steckt, erklärt der Beitrag Was kostet ein Elektriker in Wuppertal?. Steht der Tausch des Verteilers im Vordergrund, lesen Sie Sicherungs­kasten und Zähler­schrank erneuern.

Stand: Oktober 2026. Quellen: RAL-RG 678 und DIN 18015-2 (Ausstattungswerte), Initiative ELEKTRO+ (Kostenanteile, abgerufen Oktober 2026). Keine Euro-Beträge, weil jeder Preis vom Leistungsverzeichnis abhängt.

Häufige Fragen

Was kostet die Elektro­installation im Einfamilienhaus-Neubau?

Nach der Initiative ELEKTRO+ liegt der Anteil der Elektro­installation an den Baukosten bei etwa 3 Prozent für die Mindestausstattung, etwa 4 Prozent für den Standard und etwa 4,8 Prozent für Komfort nach RAL-RG 678. Den Preis für Ihr Haus bestimmen Zahl der Stromkreise, Auslässe je Raum, Leerrohre, Zähler­platz und Smart-Home-Vorbereitung. Nach Durchsicht der Pläne erhalten Sie einen schriftlichen Festpreis.

Was kostet es, die Elektrik im Altbau komplett zu erneuern?

Das hängt vom Zustand der Leitungen, von der Zahl der Räume, vom Verteiler und Zähler­platz und davon ab, ob die Wohnung bewohnt ist. Müssen Leitungen ersetzt statt ergänzt werden, ist es eine Neuinstallation mit Schlitzen und Verputzen. Eine Zahl pro Quadratmeter gibt es dafür nicht; nach der Besichtigung gibt es einen Festpreis mit Leistungsverzeichnis.

Wie lange dauert die Elektro­installation?

Im Neubau sind Rohinstallation und Feininstallation zwei getrennte Einsätze, zwischen denen Putz, Estrich und Maler liegen. Im bewohnten Altbau wird abschnittsweise gearbeitet, damit Strom und Küche nutzbar bleiben. Die Dauer jedes Einsatzes steht mit dem Festpreis im Angebot.

Anfrage stellen: Den Preis kennen Sie, bevor die Arbeit beginnt.

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